Sehstörung

Das Sehen ist eine der grundlegenden und wichtigsten Funktionen für uns Menschen.

Verschiedene Strukturen sind daran beteiligt, dass wir z.B. Formen, Figuren und Farben erkennen und wahrnehmen können. Zudem spielt das visuelle System eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts.
Die visuellen Eindrücke werden zunächst mit dem Auge erfasst und dann über den Sehnerv und die Sehstrahlung in die hinteren Abschnitte des Großhirns (Okzipitallappen) weitergeleitet und dort weiter verarbeitet.
Alle genannten Strukturen können Störungen oder Schädigungen aufweisen und zu Sehstörungen führen. Erkrankungen aus dem neurologischen Fachgebiet die mit Sehstörungen verbunden sein können sind z.B. Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Tumoren, Gefäßmissbildungen, Muskelerkrankungen. Auch Patienten mit einer Migräne berichten über Sehstörungen vor oder während der Migräneattacke. Manchmal kann es auch vor oder bei einem epileptischen Anfall zu Sehstörungen kommen.

Zur genauen Einordnung ist eine möglichst exakte Beschreibung der Sehstörungen erforderlich.
Symptome die häufig beschrieben werden sind „ Sehen von schwarzen Flecken“, „es fehlt ein Teil des Gesichtsfeldes“, Verschwommensehen, Blitze- oder Flimmersehen, „es sieht aus wie ein Vorhang der sich schließt“ oder „man sieht Doppelbilder“.
Zudem sind die Häufigkeit und Dauer der Beschwerden und auslösende Faktoren wichtig.
Auch auf begleitende Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen bei Augenbewegungen, vermehrter Tränenfluss, Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsstörungen sollte geachtet werden.

Die Diagnostik richtet sich nach den vorliegenden Symptomen und beinhaltet zunächst die neurologische Untersuchung und ergänzende apparative Untersuchungen. Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit der Sehbahn dient die Messung der visuell evozierten Potentiale (siehe link). Zudem kann es je nach Beschwerdebild erforderlich sein das Gehirn und die Sehbahn mittels MRT (oder CT) darzustellen. Auch ein EEG kann teilweise wichtige Informationen liefern. In manchen Fällen ist eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) sinnvoll um eine Diagnose stellen zu können.
Zudem sollten bei erstmaligen Beschwerden auch Ursachen die das Auge betreffen von einem Augenarzt ausgeschlossen werden.

Falls eine Therapie erforderlich ist, gestaltet sich diese nach der zugrunde liegenden Erkrankung und muss individuell besprochen werden.