Fazialisparese

Die Fazialisparese ist eine Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur. Diese kann sich relativ rasch (innerhalb von wenigen Stunden) ausbilden. Typische Symptome sind ein „schiefer“ Mund mit undeutlicher Aussprache und ein verminderter Lidschluss. Manchmal kommt es zu einer gesteigerten Wahrnehmung von Tönen auf der betroffenen Seite. Auch Geschmacksstörungen können auftreten.
In den meisten Fällen (über 90%) gibt es keine eindeutige Ursache bzw. Erklärung für die Lähmung, man bezeichnet das dann als idiopathische Fazialisparese. Die Diagnose kann bei den meisten Patienten anhand des typischen klinischen Erscheinungsbildes gestellt werden.

Selten können Infektionen (z.B. Borreliose, Herpes zoster) oder Tumoren hinter einer Fazialisparese stecken. Auch Durchblutungsstörungen des Gehirns können mit einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur einher gehen. Diese unterscheidet sich jedoch hinsichtlich der Verteilung in der Regel von der idiopathischen „peripheren“ Fazialisparese und es sind auch meistens noch weitere Ausfallerscheinungen zu finden.
Warnsignale die gegen eine idopathische Fazialisparese sprechen sind:
– Schmerzen (Kopf, Ohr, Hals)
– Hautausschläge im Bereich des Ohrs
– Lähmung ausschliesslich der Mundpartie
– weitere Lähmungen z.b. des Arms / der Hand, Koordinationsstörungen
– Schwindel
– Hörverlust auf der betroffenen Seite
– Sehstörungen (z.B. Doppelbilder, Verzerrtsehen)
– beidseitige Gesichtslähmungen
– Entwicklung der Lähmung über mehrere Tage oder Wochen

Die Therapie der idiopathischen Fazialisparese besteht in einer mehrtägigen Kortisongabe. Zudem muss darauf geachtet werden, dass bei vermindertem Lidschluss die Bindehaut des Auges nicht austrocknet und es sollten dann tagsüber regelmäßig Augentropfen oder eine Augensalbe und nachts ein spezieller Verband (Uhrglasverband) verwendet werden.

Zudem sollten spezielle Übungen der Gesichtsmuskulatur mehrmals täglich durchgeführt werden.

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