„Goldene Regeln der Arzneimitteltherapie“

Der Arzt und klinische Pharmakologe Andrew Herxheimer hat in den 60er Jahren das weltweit erste anzeigenfreie, unabhängige Arzneimittel-Informationsblatt "Drug and Therapeutics Bulletin" gegründet. Diese Zeitschrift diente als Vorbild, für die im Jahr 1967 gegründete deutsche Zeitschrift "Arzneimittelbrief", welche unabhängig über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln berichtet.

Von Herxheimer stammen die "neun goldenen Regeln" für Patienten zum kritischen Umgang mit einer Arzneimitteltherapie (freie Übersetzung):

  1. Überlege dir, was du anstelle einer Medikamenteneinnahme tun könntest.
  2. Solange du keine besonderen Grund hast, versuche neue Medikamente zu vermeiden. Bleibe bei den Medikamenten, über die aus vielen Quellen, viele Kenntnisse vorliegen und die länger als zehn Jahre im Gebrauch sind; Nebenwirkungen brauchen oftmals Jahre, um erkannt zu werden.
  3. Bevor ein Medikament eingesetzt wird, muss man für sich klären, ob es darum geht ein Symptom zu lindern, eine Krankheit zu heilen, einen Mangel zu beheben oder irgendetwas vorzubeugen.
    Es macht überhaupt keinen Sinn etwas in der Zukunft vorzubeugen, wenn die Therapie dir jetzt Probleme bereitet.
  4. Frage einen Arzt oder Apotheker, dem du vertraust, jemanden der ein bisschen mehr Ahnung hat als du, wie die Medikamente wirken, welche Probleme andere Patienten damit hatten und was daraus wurde.
  5. Wenn du Medikamente nehmen musst, versuche, so viel wie möglich über die Wirkstoffe herauszufinden die dir helfen.
  6. Jeder Mensch ist anders, du musst herausfinden, wie dein Körper auf Medikamente reagiert.
  7. Führe ein Tagebuch mit deinen Erfahrungen mit den Medikamenten: Warum hast du sie genommen, wie viel und lange hast du sie genommen, was ist passiert nach der Einnahme, wie hat es gewirkt, was hat dich gestört?
  8. Wenn irgendetwas Negatives aufgetreten ist, und du vermutest, es steht im Zusammenhang mit deinen Medikamenten, melde es deinem Arzt, Apotheker oder einer Schwester (oder Arzthelferin), damit sie dir helfen können.
  9. Wenn du ein Problem mit einer Nebenwirkung hast oder Schwierigkeiten mit deinem Arzt besprechen möchtest, nimm jemanden mit in die Sprechstunde; "vier Ohren hören mehr als zwei". Es gibt zu viele Dinge an die man denken muss und eine unabhängige Meinung kann sehr wertvoll sein.

 

Golden Rules of drug therapy, intended to assist patients:

  1. Think what you could do instead of using a medicine.
  2. Unless you have a special reason, avoid new medicines. Stick to those about which a lot is known from many sources and which have been used for over 10 years; bad news about a drug often takes years to emerge.
  3. Before deciding to use a medicine be clear whether it is to relieve a symptom, to cure a disease, to remedy some deficiency, or to prevent something. It doesn’t make any sense at all to prevent something in the future if it’s going to cause you some problem now.
  4. Ask a doctor or pharmacist you trust, someone who understands it a bit better than you do, how well the medicine works, what problems people have had with it, and what happened.
  5. If you have to take medicines, get to know as much as you can about those that help you.
  6. Everybody is different and you must learn how your own body reacts to medicines.
  7. Keep a diary of your experiences with a medicine: why you took it, how much for how long, what happened and when, how well it worked, and anything you didn’t like.
  8. If something bad happens that you suspect may have been caused by a medicine, report it on a yellow card; ask a doctor, pharmacist, or nurse to help you do that or to do it for you.
  9. When you have a problem about an adverse reaction or something difficult to discuss with your doctor, take someone with you to the consultation, because four ears are better than two; there are too many things to think about and an independent opinion is well worth having.